Aktivitäten in der Vergangenheit

Der Kirchenchor auf Spurensuche in der Vergangenheit

Am Donnerstag, 3. Oktober machten sich die Sängerinnen und Sänger des evangelischen Kirchenchors gut gelaunt auf den Weg, um das historische, hessische Städtchen Seligenstadt zu erkunden. Dank unseres routinierten Busfahrers wurden wir dort nach einigen Baustellen bedingten Umleitungen von unseren beiden Stadtführern empfangen.

Unser Spaziergang führte uns über das Klostergelände der ehemaligen Benediktinerabtei mit dem großen Konventgarten mit seinen Nutz- und Zierpflanzen sowie dem Apotheker- und Kräutergarten. In der Klostermühle konnten wir dann sogar noch das berühmte Klosterbrot, das dort nach alter Rezeptur gebacken wird, kaufen. Beim Streifzug durch die Altstadtgassen und über den Markt- und Freihofplatz bestaunten wir die wunderschönen und liebevoll dekorierten Fachwerkhäuser und idyllischen Plätze. Zum Abschluss unserer Führung besichtigten wir noch die größte karolingische Basilika nördlich der Alpen und erfuhren einiges über Einhard, der um 830 mit dem Bau dieses Wahrzeichens der Stadt begann.

  

Weiter ging es nach Aschaffenburg und dort konnten sich alle bei leckerem Mittagessen und erfrischenden Getränken in der Bierbrauerei „Schlappeseppel“ erholen und sich auf die nächste Führung vorbereiten.

Durch den Schlossgarten, hoch über dem Main gelegen, gelangten wir nach einem kurzen Fußweg zum Pompejanum. Es handelt sich hier um einen Nachbau des römischen Hauses von Castor und Pollux, das im Jahre 79 n.Chr. in der Stadt Pompeji verschüttet wurde. König Ludwig I. ließ dieses Gebäude in seinem als „bayerisches Nizza“ geschätzten Aschaffenburg errichten. Um zwei Innenhöfe, das Atrium mit Wasserbecken und das begrünte Viridarium, sind im Erdgeschoss die Empfangs- und Gästezimmer, die Küche und die Speisezimmer angeordnet. In zwei getrennten Themen-Führungen erhielten wir einen Einblick in den römischen Alltag durch den „Besuch bei Familie Nigidius“ und zum anderen erfuhren wir vieles über das vielfältige „römisch-antike Sittenleben“.

Im Schloss konnte dann noch die um 1800 entstandene, weltweit größte Korkmodellsammlung mit Modellen des antiken Roms bestaunt werden.

Mit vielen interessanten Eindrücken machten wir uns auf die Heimreise und möchten uns alle noch ganz herzlich bei unserem „Reiseleiter“ Uli Bauer für die Ausarbeitung dieses gelungenen Ausflugs bedanken.    

K.E.  

 

Jahreshauptversammlung 14.03.2019

Am 14.März fand die Jahreshauptversammlung des Kirchenchors statt.

Diesmal standen keine Neuwahlen auf dem Programm.

Obfrau Karin Engelhorn konnte die zahlreich erschienenen Mitglieder pünktlich begrüßen.

Nach gemeinsamem  Lied folgte das geistliche Wort, das sich auf die Jahreslosung bezog: „Suche Frieden und jage ihm nach“. Frau Engelhorn schlug den Bogen vom Songcontest 1982 „Ein bisschen Frieden“ hin zu unserer Situation heute: immer noch Unfrieden im Kleinen bis zu Kriegen im Großen. In diesem Zusammenhang spielt natürlich unsere Streitkultur eine besondere Rolle mit fake news, polarisierend ausschließenden „Meinungen“ usw. statt Toleranz: Es geht darum, unser Miteinander friedlich zu gestalten.

Fortschreitend in der Tagesordnung folgten nach der Totenehrung für aktive und passive Kirchenchormitglieder die Jahresberichte der Obfrau – auch als Schriftführerin -, der Kassiererin und der Kassenprüfer.

Die Obfrau gab einen Abriss der Aktivitäten und Singeinsätze des Chores.

Der Chor hat neben den Trauerfeiern für aktive und passive Mitglieder auch wichtige Termine im Gottesdienst während des  Kirchenjahres wahrgenommen, u.a. bei der Verabschiedung von Pfarrer Weida und bei der Amtseinführung von Pfarrerin Motzkus.

Höhepunkt war natürlich das Abschiedskonzert von unserem langjährigen Chorleiter Christoph Mahla.

Mit Frau Dr. Fürst konnte die neue Chorleiterin gewonnen werden, das Adventskonzert demonstrierte bereits dann erfolgreich ihre Handschrift.

Nach der Entlastung der Vorstandschaft folgte  der Dank an  aktive Sängerinnen und Sänger für besonderes Engagement und fleißigen Singstundenbesuch.

Für langjährige Mitgliedschaft im Chor wurden mit einer Urkunde Helma Brecht für 65 Jahre –      Sigrun Gamber für 50 Jahre – Christoph Mahla für 40 Jahre ausgezeichnet.

Auch die Chorleiterin kam natürlich zu Wort und konnte nach dem Dank an den Chor für das Jahr 2018 einige besondere Aktivitäten ankündigen auch im Hinblick auf gemeinsames Musizieren mit anderen Chorformationen.

Es wurde der Termin für ein gemeinsames Essen festgelegt und natürlich wurde auch über einen Tag für den Jahresausflug, der diesmal Richtung Aschaffenburg gehen soll,  diskutiert.

Nach dem  offiziellen Teil des Abends, der mit gemeinsamem Gesang abgeschlossen wurde, ging man zum gemütlichen Teil über.

Ro-We Nolle                                                                                                                                                                

Adventsfeier am Donnerstag, 06.12.2018

Die Adventsfeier des Kirchenchores fand dieses Jahr am Nikolaustag statt. Nach einer verkürzten Probe gab es wie üblich ein sehr leckeres Essen für alle aktiven Mitglieder und ihre Angehörigen im Gemeindehaus. Nach dem Essen wurde selbstverständlich nochmals ausgiebig gesungen und musiziert. Amüsante Kurzgeschichten, vorgetragen von Sängerinnen und Sängern, sorgten zudem für Heiterkeit. Obfrau Karin Engelhorn bedankte sich herzlich bei Dirigentin Marion Fürst für die gelungene Probenarbeit. Die Sängerinnen und Sänger sind sehr glücklich mit ihrer neuen Chorleiterin, die engagiert und voller Elan bei der Sache ist. Frau Fürst zeigte sich ebenfalls glücklich und zufrieden und betonte, wie wohl sie sich hier in Nußloch fühle. Sie bedankte sich auch bei Karin Engelhorn ebenso wie bei Christoph Mahla, ihrem Vorgänger, und seiner Frau Hanna für ihre Hilfe und Unterstützung, auf die sie jederzeit zählen könne.

CDS

Bildernachlese zur Adventsfeier

 

 

 

 

 

Bilder privat

 

 

Kirchenchor auf Tour

Bei sonnigem goldenem Oktoberwetter machten sich die Sängerinnen und Sänger gut gelaunt auf die Fahrt nach Weikersheim. Erster Programmpunkt war die evangelische Stadtkirche St.Georg und im Mittelpunkt stand hier die Orgel, deren Geschichte  uns von Susanne Mahla sehr anschaulich erläutert wurde. Christoph Mahla durfte dann auch die „Königin“ der Instrumente spielen und unsere Chorleiterin Frau Fürst dirigierte den Chor zu den Klängen der Orgel. Danach brachten uns die Stadtführerinnen, die an der Romantischen Straße gelegenen Stadt mit den sehenswerten Fachwerkhäusern,  dem Rokokobrunnen auf dem Marktplatz und den beiden Stadttürmen näher. Nach einem Mittagessen im Gasthaus „Zum grünen Hof“ ging es gut gestärkt und ausgeruht zur Führung durch das Renaissanceschloss mit seinem barocken Schlosspark. Alle waren von den prächtig ausgestatteten Räumen, die bis heute mit ihrer vollständigen Inneneinrichtung erhalten geblieben sind, begeistert. Den Einsatz von Susanne Mahla haben wir es zu verdanken, dass wir die Schlosskapelle mit ihrer kostbaren historischen Orgel aus dem 18. Jahrhundert auf der Empore besichtigen konnten. Highlights waren die von Susanne und Christoph gespielten Stücke auf diesem Instrument. Viel zu schnell verging die Zeit und wir starteten zu unserem letzten Programmpunkt,  der Herrgottskirche in Creglingen mit seinem bekannten Marienalter von Tilman Riemenschneider. Mit Begeisterung erklärte uns unsere Sangeskollegin Traudl Mahler die Entstehung und die Geschichte dieses Altars und gab interessante Einblicke in das Leben und Wirken des begnadeten Künstlers. Müde, aber erfüllt von den Erlebnissen des Tages ging es unter dem aufgehenden Sichelmond wieder zurück in die Heimat. Vielen Dank an Joachim Gerhard für die Organisation, an Traudl Mahler für ihre umfassende Vorbereitung und an Susanne Mahla für Ihren Einsatz.      K.E.                                                                                                                                                                     

 

 

 

Halbjahresabschluss im Gemeindehaus am 26.07.2018

Nach der letzten Chorprobe am vergangenen Donnerstag ließen die Sängerinnen und Sänger den heißen Abend im Gemeindehaus äußerst angenehm bei kühlen Getränken, Knabbereien und netten Unterhaltungen ausklingen. Unsere neue Chorleiterin Frau Fürst betonte, wie wohl sie sich hier in Nußloch fühle und wie vertraut ihr der Kirchenchor schon wäre. Die Mitglieder des Kirchenchores gaben diese Kompliment gerne zurück und zeigten sich vollauf zufrieden mit ihrer neuen Leiterin. Schön, dass unser ehemaliger Dirigent Christoph Mahla auch vorbei geschaut hat. Nach diesem schönen Abschluss geht der Kirchenchor nun in die Sommerpause.        (Text+Bilder Carmen Diemer-Stachel)                                                            

 

 

Abschiedsgeschenk für alle Sinne

Was schenkt man einem Chorleiter nach 40 jähriger Dirigententätigkeit zum Abschied?? In seinem Alter hat er Bildbände und kluge Bücher über Musik sicher ausreichend. Da Christoph Mahla bekanntlich neben seiner Chorleitertätigkeit die Nußlocher Orgel spielt und sich sehr für Orgeln interessiert, kam man auf die Idee, ihm Gutscheine für Orgelausflüge zu schenken.
 Der erste wurde am vergangenen Samstag eingelöst. Mit einem Kleinbus ging es nach Freiburg im Breisgau, wo es neben einer wunderschönen Stadt ein prächtiges Münster mit 4 ( im Moment „nur“ 3 )  Orgeln zu besichtigen gibt. Im Vorfeld war der Kontakt zum Münsterorganisten hergestellt worden, der nach dem samstäglichen „Konzert zur Marktzeit“ bereit war, die Nußlocher in die Geheimnisse der riesigen Orgelanlage hinein schnuppern zu lassen. Bei dem großen Besucherandrang ist es nicht möglich, den zentralen Spieltisch im Chorraum, von dem aus man alle Orgeln in sein Spiel integrieren kann, zu besichtigen. Im  vorangegangenen Konzert hatten wir allerdings schon das Hörerlebnis des „Klangrausches“, Orgelklänge, die den ganzen Raum von verschiedenen Seiten ausfüllen. Mit dem Münsterorganisten ging es auf die Michaelsempore in schwindelnde Höhen hinauf, wo sich uns eine unerwartet große Empore mit einer 3-manualigen Orgel eröffnete. Leider wird sie wegen des zu großen Abstands vom Altarraum selten genutzt. Für uns war sie ein wunderbarer „Konzertraum“. Nach interessanten Informationen über die Geschichte des Münsters und der verschiedenen Orgeln durfte unser Chorleiter dann selbst in die Tasten greifen und das Pedal traktieren. Er hatte genug Noten dabei, um uns mit unterschiedlichen Werken der Orgelliteratur ein kurzes Konzert zu präsentieren. Da wir in allen Singstimmen gut vertreten waren, wurden dann auch noch 2 Chorstücke ins Programm aufgenommen. Ein großartiges Erlebnis, wie gewaltig unser Chorklang durch das Münster getragen wurde.Bild: aufmerksame Zuhörer beim Orgelkonzert auf der Michaelsempore

Nach diesem besonderen Erlebnis brauchten wir erst einmal eine kräftige Stärkung. Die gab es direkt am Münsterplatz mit Blick auf den berühmten Markt. Er ist Anziehungspunkt für jede Menge Touristen, vor allem am Wochenende. Dann ging es auf einen sehr gut vorbereiteten Stadtrundgang mit  Jochen Engelhorn, dem Sohn unserer Obfrau. Er lebt schon länger dort und war gleich bereit, uns seine neue Heimatstadt zu zeigen. Eine besondere logistische Herausforderung war für ihn der fröhlich bunte Zug anlässlich des Christopher Street Day. Es gelang ihm bestens, uns die Schönheiten und Besonderheiten der südlichsten Großstadt Deutschlands mit der wunderschönen Altstadt und ihren berühmten „Bächle“ zu präsentieren und geschichtliche Entwicklungen aufzuzeigen. Bild: Klein Venedig: Auf einer Brücke der Gerber-und Fischerau

 

Jahreshauptversammlung 2018

Am 17.05.2018 fand die Jahreshauptversammlung des Kirchenchores im evangelischen Gemeindehaus statt. Obfrau Karin Engelhorn begrüßt die fast vollzählig erschienen aktiven Sängerinnen und Sänger und eröffnete mit einem geistlichen Wort über das Lutherlied: „Die beste Zeit im Jahr ist mein“ den Abend. Pfarrer Manfred Weida würdigte noch einmal das Abschlusskonzert vom 06.05.2018 und gab Informationen über den Stand der Bewerbungsverhandlungen für die Chorleiter-Nachfolge. Die beiden Bewerber werden ein Probedirigieren absolvieren und sich anschließend den Fragen der Sängerinnen und Sänger stellen.

Den verstorbenen 19 Mitgliedern, darunter ein aktiver Sänger, wurde in einer Schweigeminute gedacht. Es folgten die Jahresberichte der Obfrau, der Schriftführerin und der Kassiererin. Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet.

Dirigent Christoph Mahla bedankte sich bei allen für die Unterstützung und Durchführung des Abschiedskonzertes und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Chor weiterhin mit viel Freude und Engagement auch unter einer neuen Leitung weiter musizieren wird. Er ermunterte alle, sich auf etwas Neues einzulassen.
Ganz besonders dankte er Obfrau Karin Engelhorn für ihre großartige Unterstützung in den gemeinsamen Jahren.

Anschließend folgte die Neuwahl des Vorstandes. Hanna Mahla (Schriftfüherin) und Maria Neuweiler (Kassenwartin) kandidierten nicht mehr. Karin Engelhorn erklärte sich bereit eine weitere dreijährige Amtsperiode als Obfrau zu übernehmen. Sie wurde einstimmig gewählt. Das Amt des Schriftführers teilen sich Carmen Diemer-Stachel (Öffentlichkeitsarbeit) und Günter Menrath (Mitgliederlisten). Neue Kassenwartin ist Monika Rohde mit Unterstützung von Uli Bauer. Die Beisitzer wurden erneut in ihrem Amt bestätigt. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Als Kassenprüfer wurden Helma Brecht und Ellen Boch gewählt.

 

Rückblick und Ausblick

In der letzten Chorstunde vor den Weihnachtstagen trafen sich die Sängerinnen und Sänger zu ihrer Weihnachtsfeier im festlich geschmückten Gemeindesaal. Da das traditionelle Konzert am 4. Advent nicht stattfinden konnte, wurde die kleine Feier mit vielen bekannten und unbekannteren adventlichen und weihnachtlichen Liedern in mehrstimmigen Sätzen bereichert – schön zu hören, dass die anwesenden Partnerinnen und Partner begeistert in den Gesang mit einstimmten. Obfrau Karin Engelhorn nahm in diesem Rahmen mit großer Freude die Ehrung langjähriger Sängerinnen und Sänger vor – lebt die Chorgemeinschaft doch von der Kontinuität der Beteiligten.
 Für 55 Jahre aktiven Singens wurde Inge Mengesdorf eine Urkunde überreicht – fast ein Leben lang engagiert im Chor gesungen, wunderbar!  30 Jahre singen mit Begeisterung im Chor: Liesel Krauss, Maria und Werner Neuweiler, Marliese Sauer – auch ihnen Anerkennung und Dank für ihren langjährigen Einsatz.

Kirchenchor 21.12.2017 Adventsfeier Ehrungen

Dank galt auch wieder Chorleiter und Obfrau für ihr großes und unermüdliches Engagement.
Mit leckerem Essen, fröhlichen Beiträgen zur Weihnachtszeit und guten Gesprächen saß man noch recht lange zusammen.
Der Ausblick erfolgt mit einem lachenden und einem weinenden Auge:
Christoph Mahla wird die Chorleitung nach 40 Jahren in andere Hände übergeben und verabschiedet sich mit einem großen Konzert. Dieses wird noch einmal auf die vielen wunderbaren Konzerte Bezug nehmen, die der Chor unter seiner Leitung gestalten konnte. So werden alle mit Begeisterung in den nächsten Wochen Ausschnitte aus großen und kleineren Werken der Kirchenmusik – quer durch`s Kirchenjahr – wiederholen und mit vertrauten ProjektsängerInnen im großen Chor zusammenwirken.
Am Samstag, 13.01.2018 findet die 1. Projektprobe von 14.00 – 17.30 Uhr im Gemeindehaus statt. Wir freuen uns auf interessante und beschwingte Proben und ein gelingendes Konzert im Mai. (HM)

Kirchenchor_2017_03_23 Bericht Hauptversammlung

Herbstwanderung durch den Biedensand – 07.11.2017

Wieder einmal hatte sich Uli Bauer für die wanderfreudigen Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores eine für alle bisher unbekannte Gegend ausgesucht – das Naturschutzgebiet bei Lampertheim. Der dortige Altrhein mit der Halbinsel Biedensand gehört zur aktiven Rheinaue, die bis heute von den natürlichen Überflutungen des Rheins geprägt wird. Er ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Dieses trägt entscheidend zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa bei.

Bild: Start der Wanderung  

Der kalte Wind sorgte zunächst für einen flotten Schritt unserer Gruppe. Trotzdem hielten wir immer wieder inne, um die ursprüngliche Landschaft – geprägt durch Wasser und bunt gefärbte Bäume – so richtig aufzunehmen.  Bizarre Formen zeigten die Kopfweiden im Nebeldunst. Sie werden als Brutbiotop vieler selten gewordener Vogelarten durch Rückschnitt gepflegt. Vom wuchtigen Hochstand aus, der zur Vogelbeobachtung gebaut wurde, waren allerdings keine Vögel mehr zu sehen. Dafür hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die weite Sumpflandschaft vor uns.

Bild: Die Vögel sind in Afrika,

die „schrägen“ stehen auf dem Aussichtsturm

Beim Abstecher zum Rhein mit Ausblick nach Worms zeigte sich dann sogar kurz die Sonne. Trotzdem fand sich niemand bereit abzutauchen,  um nach dem Rheingold  zu suchen. Das in Aussicht stehende Mittagessen lockte zu sehr.
Beim Griechen wurden dann in ausgesprochen fröhlicher Stimmung die verschiedensten Mittagsmenüs getestet und mit Genuss verspeist.
Für die letzte Wanderung in diesem Jahr wieder ganz herzlichen Dank an Uli. Wir freuen uns auf weitere interessante Neuentdeckungen 2018. (HM)

 

Am 07.10.2017 in Marbach auf Schillers Spuren

Am vergangenen Samstag – bei herbstlichen Temperaturen, aber nach einer stürmischen und regenreichen Woche wieder sonnig – ging unser diesjähriger Ausflug nach Marbach am Neckar, nördlich von Stuttgart. Wie es einem Kirchenchor ansteht, wurde gleich ein Morgenlied angestimmt, um die Restmüdigkeit zu vertreiben.
Bekannt ist der malerische Ort Marbach als Geburtsstadt Friedrich Schillers, der hier am 10.November 1759 in der Niklastorstraße 31 zur Welt kam. Sein Geburtshaus geriet lange in Vergessenheit und wurde erst 1812 identifiziert, womit die Schillerverehrung hier begann. Sehr kurzweilig und immer mit einem verschmitzten Lächeln wurden wir von der älteren Schwester Schillers, Christophine Reinwald, geborene Schiller in der Kleidung ihrer Zeit durch die Stadt geführt. Von ihrem „kleinen Bruder Fritz“, zu dem sie eine besonders enge Beziehung hatte, wurde sie liebevoll „Fene“ genannt. Sie wusste nicht nur Interessantes über die Stadt zu berichten. Ausführlich plauderte sie „aus dem Nähkästchen“, und so erfuhren wir auch weniger Bekanntes über die Familien- und Stadtgeschichte.

Marbach Stadtführung

Marbach Stadtführung

Es ging vorbei an der gut erhaltenen Stadtmauer mit dem Oberen Torturm, dem Schillerdenkmal und durch die Holdergassen, dem ursprünglichen Wohnort der Weingärtner und Bauern. Heute ist dieser Teil der idyllischen Altstadt Ort für die herbstlichen Weinfeste.

Stadtmauer Marbach

Neben der großen Bedeutung ihres Bruders erwähnte unsere Stadtführerin Fene  auch Tobias Mayer, der am 17. Februar 1723 in der Torgasse 13 das Licht der Welt erblickte. Er  wurde trotz fehlenden Hochschulabschlusses Professor der Mathematik in Göttingen. Seine astronomischen Forschungen sind so anerkannt, dass ein Mondkrater nach ihm benannt wurde.
Beim Mittagessen in der „Glocke“ mit leckeren schwäbischen und herbstlichen Gerichten konnten wir uns stärken für den zweiten Teil der Stadterkundung.
Der führte uns auf die Schillerhöhe. Hier gibt es zum einen im historischen „Schloss“ das Schiller-Nationalmuseum mit Schwerpunkt auf der Schwäbischen Dichtung. Im architektonisch bemerkenswerten Literaturmuseum der Moderne werden außer einer Dauerausstellung mit kostbaren und kuriosen Stücken aus dem benachbarten Deutschen Literaturarchiv  zum 20. Jahrhundert und der Gegenwart auch interessante wechselnde Ausstellungen angeboten.

Erfüllt von den unterschiedlichsten Eindrücken der Stadt fuhren wir dann nach Grantschen, einem Ortsteil von Heilbronn, wo uns im wunderschönen Festsaal der Genossenschaftskellerei ausgewählte heimische Weine fachkundig und mit viel Herzblut von einer echten ehemaligen „Weinhoheit“ vorgestellt wurden.
Dank eines üppigen Vespertellers konnten wir ausführlich die unterschiedlichsten Tropfen versuchen und anschließend natürlich die Favoriten für den heimischen Weinkeller mitnehmen.

Grantschen Weinprobe

Die Rückfahrt regte dann zum eifrigen Singen an – bei der Dunkelheit mit Vorliebe Abendlieder.
Ein herzlicher Dank ging zum Schluss an unsere Obfrau Karin Engelhorn, die umsichtig geplant und im Vorfeld wieder mit großem Einsatz dafür gesorgt hatte, dass wir einen so wunderbaren und interessanten Tag erleben konnten. Unser Dank geht natürlich auch an Petrus, der uns  mitten in der Schlechtwetterperiode diesen sonnigen Samstag beschert hat. (HM)

Grantschen Weinprobe

 

Zu Besuch beim Sequoiadendron giganteum im Arboretum 1 – 01.08.2017

Das klingt doch sehr fremd, wo die Wandergruppe vom Kirchenchor dieses Mal  unterwegs war.  Und so sind die Ursprünge des Riesenmammutbaums auch.
Aber jetzt der Reihe nach: Am vergangenen Dienstag traf sich wieder die lauffreudige Gruppe unter der bewährten Leitung von Uli Bauer, um von den Drei-Trögen  zum Arboretum 1  zu wandern.  Arboretum, vom lat. arbor=Baum,  meint eine Sammlung von seltenen, oft exotischen Baum-und Pflanzenarten. Eine beachtliche Zahl von Giganten lebt  tatsächlich im Heidelberger Stadtwald mit den kleinen heimischen Brüdern in harmonischer „multikultureller  Waldgesellschaft“ – ein wunderbares Beispiel für gelungene Integration!!
Nachdem die Eiszeiten in Europa alle Baumriesen ausgerottet und baumlose Steppen hinterlassen hatten, begannen Heidelberger Förster gegen Ende des 19. Jahrhunderts  in Baumschulen die aus Nordamerika importierten Riesen anzusiedeln. Im Laufe der Zeit knüpfte man bei der Ausgestaltung des Waldes an die Verbundenheit der indianischen Kulturen mit der ihnen anvertrauten Natur an. Auf dem Rundweg an der Sprunghöhe wird man von liebevoll künstlerisch gestalteten Ruhebänken eingeladen, neben Totempfahl und Steinadlertisch innezuhalten und über die Herkunft der Bäume und noch vieles mehr nachzudenken. Sehr passend das Zitat von Franz Kafka auf einer der informativen Tafeln: „In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken  man jahrelang im  Moos liegen könnte“. Dazu hatten wir allerdings keine Zeit, denn der angenehm schattige Weg ging, vorbei am  Sequoiadendron giganteum , dem größten Vertreter hier im Wald (mit ca. 35m Höhe und einem Stammumfang  von 10 Metern in 1,30 m Höhe),

  • Bild 1: Für das Umringen des Baumgiganten würden noch einige Wanderer gebraucht

weiter zum Speyerer Hof und von dort zum Arboretum 2. Hier trifft man auf Baumarten aus dem nahen und fernen Osten, wieder mit wunderschönen Stationen der Ruhe und Besinnung, die zu fernöstlicher Meditation einladen. Dort ist der wohl bekannteste Vertreter der Ginkgo, der schon lange vor der  Entwicklung unserer Laubbäume über die ganze Erde verbreitet war, vor ca. 200 Jahren angesiedelt worden. Und so konnte Goethe bei seinem Besuch des Heidelberger Schlosses zu seinem berühmten Gedicht  für seine späte Liebe Marianne von Willemer inspiriert werden.

 

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten 
meinem Garten anvertraut, 
gibt geheimen Sinn zu kosten, 
wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen, 
das sich in sich selbst getrennt? 
Sind es zwei, die sich erlesen, 
dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
fand ich wohl den rechten Sinn. 
Fühlst du nicht an meinen Liedern, 
dass ich eins und doppelt bin ?

–          Bild 2: Unter dem fernöstlichen Torbogen am Eingang zum Arboretum 2

Für uns Wanderer ging es dann –  nur einen kurzen Weg hinaus aus dem schattigen Wald durch die mittägliche Hitze – zum Bierhelder Hof. Unter den herrlichen Platanen gab`s in fröhlicher Runde deftige Hausmannskost zur Stärkung. Danach konnten wir den Rückweg über den Heldenfriedhof antreten. Dort wurden im Angesicht der vielen Namen von so jungen Gefallenen der beiden Weltkriege Erinnerungen an betroffene Verwandte wach und an deren teilweise euphorische Begeisterung, zur Verteidigung des Vaterlandes in den Krieg zu ziehen. Die Feldpost ist in mancher  Familie noch als mahnendes Zeitdokument erhalten.
 Von der als Hochplateau gestalteten Anlage hat man eine weite Sicht in die Rheinebene, in die wir dann auch bald hinabstiegen und die Rückfahrt nach Nußloch antraten.
Wieder ein wunderschönes Ziel „vor unserer Haustür“, das wir dank Uli und seinen interessanten Erläuterungen genauer kennenlernten.
Herzlichen Dank für die Organisation und fachkundige Führung – wir freuen uns auf die nächste Tour am 7. November, Gastwanderer sind jederzeit herzlich willkommen – natürlich auch als Sänger donnerstags!! (HM)

 

Wanderung Salzbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf

am Sonntag, 16.07.2017

Glück auf ! – 11 begeisterte Ausflügler machten sich schon früh in Richtung Bad Friedrichshall-Kochendorf auf,  um dort mit dem Förderaufzug 180 m tief in den Schacht des Salzbergwerks einzufahren. Dort in dieser faszinierenden Welt  unter Tage wurden wir durch viele beeindruckende, interessante  Informationen über die Entstehung, die Geschichte des Abbaus, den technischen Abläufen und die Weiterentwicklung der Salzförderung bis in die Gegenwart ausführlich und anschaulich unterrichtet.  Nach 1,5 Stunden Rundgang waren wir wieder aus dem Schacht zurück und wurden von herrlichem Sonnenschein empfangen.

In Kochendorf besichtigten wir unter der Führung von Uli die evangelische Sebastianskirche, die vier verschiedenen Schlösschen und das historische Rathaus im renovierten Fachwerkbau.

Weiter ging die Reise nach Bad Wimpfen im Tal. In der Pizzeria „zum Anker“ konnten wir uns in dem wunderschönen Garten unter einem großen Schatten spendenden Baum erfrischen und stärken. Zum Abschluss machten wir noch einen Rundgang durch die Klosterkirche von Bad Wimpfen im Tal und dem angrenzenden Kreuzgang.

Alle waren sich am Ende dieses Tages einig:

es war wieder einmal eine gelungene Wanderung – vielen Dank Uli!                                                                                                                   (KE)

„Wo gesungen wird, da ist Freiheit“ – Chorfest Baden in Heidelberg 01.+02.07.2017

Am vergangenen Samstag wurde das von Touristen aus aller Welt bevölkerte Heidelberg noch bunter und von vielfältigen Klängen gefüllt: Das Chorfest Baden fand als zentrale Veranstaltung zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ an einem geschichtsträchtigen Ort statt: Heidelberg ist eine der Europäischen Reformationsstädte auf dem Gebiet der Badischen Landeskirche, schließlich war Martin Luther 1518 zu Gast und es erschien hier 1863 der „Heidelberger Katechismus“, eines der grundlegenden protestantischen Unterrichtswerke.
Im Chor hatten wir uns auf dieses Fest der Töne und Begegnungen sowohl in den Donnerstagsproben als auch in Wochenendproben mit den Bezirkskantoren vorbereitet.
Die Teilnehmer, die in großer Zahl aus ganz Baden angereist waren, wurden von Posaunenklängen- am Theaterplatz musizierten unsere Sandhäuser Nachbarn – zum Uniplatz geleitet, wo der Eröffnungsgottesdienst stattfand, natürlich gleich mit gewaltigem Chorgesang aus über 1000 Kehlen. Vertreter der Landeskirche und Heidelbergs begrüßten die Teilnehmer und freuten sich mit allen auf ein erfülltes musikalisches Wochenende in Heidelberg.

 

 Die Reformation war eine „Singbewegung“, die die Botschaft von der Gnade Gottes in die Herzen der Menschen hinein singen wollte. So wie die reformatorischen Choräle nicht nur in Kirchen, sondern auch auf den Straßen und  öffentlichen Plätzen erklangen, war es beim Chorfest. Auf der Bühne auf dem Kornmarkt sowie in den Kirchen präsentierten sich die unterschiedlichsten Chöre  „von klassisch bis fetzig“, auf dem Karlsplatz und Theaterplatz gab es Konzerte verschiedener Posaunenchöre. In der Providenzkirche trafen sich die „Nachwuchssänger“, um das Kindermusical „Martin Luther“ zu erarbeiten und später aufzuführen. Groß war die Qual der Wahl für die „alten Chorhasen“, daneben auch noch aus der Fülle der interessanten Angebote auszuwählen: Workshops  für ChorsängerInnen und ChorleiterInnen, Mitsingen  beim „Messiah“ in englischer Sprache, verschiedene Ausstellungen, eine Stadtführung auf Luthers Spuren oder ein Singspaziergang auf dem Philosophenweg. Petrus hatte zum Glück ein Einsehen und hielt sich mit seinen Regengaben bis zum Abend zurück. Zu den Abendgottesdiensten versammelten sich alle Sängerinnen und Sänger in den drei  großen Altstadtkirchen – die katholische Gemeinde hatte hierfür ihre  wunderschöne Jesuitenkirche zur Verfügung gestellt, der wir zugeteilt waren. Es war besonders eindrucksvoll für uns, in so großem Chor in dieser herrlichen Kirche zu singen. Wohltuend, im Gottesdienst nach den vielen Eindrücken des Tages innezuhalten, bevor das Abendprogramm startete. Da gab es wieder so eine Vielfalt an unterschiedlichsten Chorkonzerten, bevor zu später Stunde noch einmal alle Zuhörer in vertraute Abendlieder einstimmten. Wer dann immer noch nicht genug hatte, ging in die Heiliggeistkirche zum Nachtschwärmerkonzert.

 

Am Sonntag feierten wir dann bei herrlichem Sonnenschein den festlichen Abschlussgottesdienst auf dem Uniplatz. Hier kam sicher bei vielen, noch erfüllt von den  Eindrücken des Samstag, so ein wenig Kirchentagsstimmung auf. Bestimmt  wird dieses Fest noch lange in uns nachklingen. (HM)

Wanderung von der Strahlenburg zur Schauenburg am 06.06.2017

Obwohl der Wetterbericht mit seinen Regenprognosen ziemlich negativ klang, ließ sich die – dieses Mal sehr kleine – Wandergruppe des Kirchenchores nicht beirren. Mit PKWs ging es zügig über die A 5 nach Schriesheim und von dort hinauf zur Strahlenburg. Inmitten der Weinberge ragt der alte Burgturm über die Stadt – ein historischer Ort, Romantik umwittert, wo einst Heinrich von Kleists Ritter-Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ spielte. Was wir heute noch sehen, ist nur die Hälfte der ursprünglichen Burg, deren Name auf Conrad von Strahlenberg zurückgeht, der um 1235 widerrechtlich mit dem Bau auf dem Grund und Boden des Klosters Ellwangen begann. Über die wechselvolle Geschichte der Burg wurden wir umfassend von unserem Wanderführer Uli Bauer informiert. Dann ging es eine kurze Strecke steil hinauf zum Burgensteig, der über Berg und Tal von Darmstadt nach Heidelberg führt. Über wunderschöne Waldwege wanderten wir – allerdings nur einen kleinen Abschnitt – Richtung Dossenheim, unser Ziel war die Schauenburg. Auch sie kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, ebenfalls durchsetzt von Auseinandersetzungen zwischen weltlichen und geistlichen Herrschern. Uli las dazu wieder viele Jahreszahlen und Namen aus seinem schlauen Buch. Da die Burg nach 1460 als Steinbruch benutzt wurde, begann ihr langsamer Abbau, später versanken die letzten Reste in einen Dornröschenschlaf. Erst 1982 fand sich eine Gruppe hochmotivierter Dossenheimer, die sich bis heute mit großem Engagement um den Wiederaufbau der Burg bemühen – ausführlich wurde uns von einem Gründungsmitglied berichtet. Nachdem wir darauf mit einem Schnäpschen angestoßen hatten, bewunderten wir die sichtbaren Erfolge der ausdauernden Arbeiten, wirklich eindruckvoll, was hier geleistet wird.

Wunderbare Ausblicke über die Rheinebene bis zu den Pfälzer Bergen eröffneten sich uns von dort oben. Diese setzten sich auf dem bequemen Rückmarsch über den unterhalb entlangführenden Blütenweg fort bis  Schriesheim. Der Weg machte  seinem Namen alle Ehre: Rosen und Brombeeren in voller Blütenpracht am gesamten Weg entlang .

Bestes timing zeigte sich, als wir unterhalb der Strahlenburg wieder in unsere Autos stiegen: Der angekündigte Regen setzte ein, störte uns aber absolut nicht bei der abschließenden Einkehr in einem persischen Lokal. Bei sehr feinem Essen und fröhlichen Gesprächen ließen wir es uns gut gehen. Wieder eine gelungene Wanderung – vielen Dank dafür, Uli!
Jetzt freuen wir uns als nächstes auf das große Badische Chorfest in Heidelberg, zu dem sich am 1.und 2. Juli aus ganz Baden anreisende Sängerinnen und Sänger treffen, um an vielen Veranstaltungen teilzunehmen. Gemeinsame Proben mit einem abschließenden Gottesdienst unter der Leitung der Bezirkskantoren waren schon ein kleiner Vorgeschmack.    (HM)

 

Ausflug nach Tübingen am 23.10.2016

Besuch bei den Gelehrten und Gogen
Am letzten Sonntag war wieder Kirchenchor-Ausflug angesagt, eine Unternehmung, an der seit Jahren nicht nur die Chormitglieder und ihre Partner, sondern auch immer etliche Gäste teilnehmen – aus gutem Grund! Auch in diesem Jahr hatten unsere Obfrau Karin Engelhorn und unser Wanderführer Uli Bauer ein interessantes Programm vorbereitet: Es ging ins „Ausland“ Schwaben mit Ziel Tübingen, einer der ältesten Universitätsstädte Deutschlands. Einen besonderen Eindruck von der wunderschönen Altstadt gab es in zwei parallelen Führungen. Ausgangspunkt war die herrliche Platanenallee, ein Wahrzeichen Tübingens, im Moment in prächtiger Herbstfärbung.kirchenchor_2016-10-23_ausflug-tuebingen2

Dort erwartete uns der Stiftler (Theologiestudent an der protestantischen Schule, die auch begabte Jungen aus Handwerkerfamilien nach einer Eignungsprüfung aufnahm) Johann Gottlob Steidele, der uns Tübingen aus der Sicht seiner Zeit um 1840 präsentierte, natürlich in liebenswertem schwäbisch. Erstaunt war er über die Sprachkenntnisse seiner Nußlocher Gäste, die immer wieder mit Insiderwissen verblüfften. So erfuhren wir auf sehr kurzweilige und witzig-geistreiche Art eine Menge über Stadtgeschichte, Bewohner damals und heute, Universität, Stocherkähne, Berühmtheiten der Stadt, Gelehrte und Gogen. Letztere waren damals die Bewohner der Unterstadt – Handwerker und Weingärtner, heute ist Gogen der Name für alle Bewohner der Stadt. Danach ging es – bei den doch recht kühlen Außentemperaturen dringend nötig – zum Aufwärmen in die Wurstküche, ein uriges Lokal in der Altstadt. Bei leckerem Essen und wärmenden Getränken wurden die Eindrücke des Vormittags lebhaft ausgetauscht. Dann ging es aber auch schon weiter zum nächsten Programmpunkt, dem Besuch von Schloss und Kloster Bebenhausen.kirchenchor_2016-10-23_ausflug-tuebingen

Es liegt bis heute idyllisch auf einer Lichtung im Schönbuch, dem großen Waldgebiet südlich von Stuttgart. Das Zisterzienserkloster wurde nach der Reformation in Württemberg als Klosterschule genutzt, später als Jagdschloss der Könige von Württemberg und als Sitz des Landtags des Landes Württemberg- Hohenzollern. Entzückend die gepflegten alten Nebengebäude des Klosterbereichs mit wunderschönen Bauerngärten und herrlichen Bäumen. Interessant auch hier die Führungen durch die Gebäude und ihre wechselnde Geschichte. Zum Glück stimmte der Wetterbericht fast minutiös, denn erst beim Verlassen des Jagdschlosses begann es zu regnen, was uns bei der Heimfahrt nicht störte. Nach einer kurzen Erholungspause wurden die Liederbücher aufgeschlagen und zum Ausklang des herrlichen Tages noch eine ganze Weile gesungen. Ein herzliches Dankeschön sagen wir Karin und Uli für diesen eindrucksvollen und interessanten Ausflug ins Schwabenländle. (HM)

 

 

Ehrungen aktiver Sängerinnen und Sänger

in den Jahren 2009 bis 2019

Kirchenchor_21-12-19_Ehrungen 2009-2019

 

 

 

 

 

Unsere Konzerte

Französische Weihnachtsmusik und Orgelwerke

Evangelischer Kirchenchor stimmte mit französischen Liedern auf Weihnachten ein

Zu einem ganz besonderen vorweihnachtlichen Konzert hatte der Evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Dr. Marion Fürst am Vorabend des vierten Advents in die evangelische Kirche eingeladen. Das Adventskonzert des Kirchenchores war zugleich das 43. Nußlocher Orgelkonzert. Neben den 25 Sängerinnen und Sängern des Kirchenchores waren auch Christoph Mahla (Orgel, Tenor), Hanna Mahla (Sopran) und Tanja Herrmann (Alt) mit von der Partie. Im Mittelpunkt standen französische Weihnachtslieder für Chor und Alt-Solostimme sowie Orgelwerke von Camille Saint-Sëns, Alexandré Guilmant und Théodore Dubois aber auch von Johann Sebastian Bach. Das abwechslungsreiche und gut durchdachte Programm mit Chorwerken, solistischen Darbietungen, Orgelmusik und Lesungen von Pfarrerin Gerda Motzkus war perfekt aufeinander abgestimmt. Auch die Konzert-Gemeinde war immer wieder zum Mitsingen eingeladen, was gerne angenommen wurde. Nach dem stimmungsvollen Orgel-Pélude aus Saint-Sëns „Oratiorio de Noël“ zog der Chor mit Kerzen in den Händen, singend in die Kirche ein. Dem Publikum riefen die Sängerinnen und Sänger „Wieder ist es Weihnacht“ nach einem alten französischen Weihnachtslied aus dem 15. Jahrhundert zu. Mahla erfreute das Publikum mit einer Magnificat-Vertonung von Johann Sebastian Bach auf der Orgel. Zuvor sang er die einzelnen Strophen des Lobgesangs der Maria a cappella. Auch den Chor begleitete er einfühlsam. Mit schönem Chorklang brachten die Sängerinnen und Sänger, die auf der Empore Aufstellung genommen hatten, „Vierge Maria“, „Béthèem“, „Noël“, „Les anges dans la campagne“ und „Il est né le divin enfant“ zu Gehör. Gesungen wurde allerdings nicht auf Französisch, sondern in einer deutschen Übersetzung. Auch Teile aus Saint-Sëns „Oratiorio de Noël“ erklangen ganz wunderbar. Fürst dirigierte den Chor präzise und voller Elan. Altistin Tanja Herrmann brachte Vertonungen französischer Komponisten nach Gedichten der Sammlung „Contes mystiques“ von Stéphan Bordèse ausdrucksstark mit ihrer schönen warmen Stimme, begleitet von Marion Fürst an der Orgel und am Klavier, zum Klingen. Die selten zu hörenden Lieder aus dem späten 19. Jahrhundert sind eindringliche und klangmalerische kleine Miniaturen, die Episoden aus dem Leben Jesu erzählen. Zur besseren Textverständlichkeit las Pfarrerin Motzkus zuvor die Liedtexte in einer deutschen Übersetzung. Auch Johann Sebastian Bach mischte sich noch einmal unter das französische Programm. Sopranistin Hanna Mahla ließ den Choral „Vom Himmel kam der Engel Schar“ hell und klar erschallen, bevor anschließend die dazugehörige Orgel-Choralbearbeitung erklang. Einen würdigen Schlusspunkt setzte der Chor mit einem freudigen und stimmgewaltigen „Tollite hostias“ aus Saint-Sëans Weihnachtsoratorium. Als Zugabe durften alle in ein festliches „O du fröhliche“ mit einstimmen. Bei der anschließenden Weihnachtfeier im evangelischen Gemeindehaus wurden Erna Stern für 30 Jahre, Hanno Fischer ebenfalls für 30 Jahre, Irene Kappus-Rensch für 35 Jahre und Lore Rensch für 50 Jahre aktives Singen im Kirchenchor geehrt. Bei leckerem Essen, guten Gesprächen und weihnachtlichen Lesungen klang der Abend auf angenehme Weise aus.

Text und Bilder von Carmen Diemer-Stachel

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Konzert des Kirchenchores

mit dem „Vivat“-Vokalensemble am Donnerstag, 10.10.2019

Ein ganz außergewöhnliches Konzert durfte das Publikum in der vollbesetzten evangelischen Kirche erleben. Eingeladen hatte der Evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Marion Fürst. Zusammen mit dem Vokalensemble „Vivat“ aus St. Petersburg begeisterten die 25 Sängerinnen und Sänger die Zuhörer. Den ersten Teil des Programmes gestaltete der Chor zusammen mit den vier Gesangssolisten, die sich wunderbar in die Chorgemeinschaft einfügten. Geistliche Werke und Abendlieder von Johann Sebastian Bach bis Samuel Wesley wurden in schönem homogenen Chorklang a cappella oder mit Orgel (Brigitte Byrla) zum Besten gegeben. Den Auftakt machte Charles Gounods „Kyrie“ aus seiner Messe C-Dur, das berührend und gefühlvoll erklang. Die Verstärkung in den Männerstimmen, vor allem im Bass, gab dem Werk ein profundes Fundament. Auch Wesleys „Leite mich, Herr“ mit seinen Solopartien der Frauenstimmen, gelang vorzüglich. Mit großem Engagement dirigierte Marion Fürst, die die Leitung des Kirchenchores vor einem Jahr von Christoph Mahla übernommen hatte, ihre Sängerschar. Einen besonderen Höhepunkt stellten die beiden russischen Werke, das „Vater unser“ von Pjotr Tschaikowski und das „Ave Maria“ von Sergej Rachmaninow dar, die der Chor explizit für diesen Abend einstudiert hatte und sogar a cappella auf Russisch sang. Den zweiten Teil des Konzertes gestalte das Vokalensemble „Vivat“. Die vier stimmgewaltigen Sänger Oleg Semenov (Tonor), Sergej Chaplinski (Tenor), Victor Stupnev (Bariton) und Egor Suslov (Bass) sind Absolventen des berühmten Konservatoriums in St. Petersburg, wo sie inzwischen auch als Dozenten tätig sind. Auf ihren Tourneen durch Deutschland und Europa wollen sie die Tradition der russischen geistlichen und volkstümlichen Chormusik wiederbeleben und einem breiten Zuhörerkreis vermitteln. Stupnev, der auch als Leiter des Ensembles fungiert, führte auf Deutsch unterhaltsam und charmant durch das Programm. Zunächst gab es geistliche Werke, Psalmvertonungen und Fragmente aus der orthodoxen Liturgie von hierzulande kaum bekannten russischen Komponisten zu entdecken. In völlige neue Klangwelten entführten die hervorragenden Sänger. Gesungen wurde selbstverständlich auf Russisch und a cappella. Mit ihren klaren, reinen und hervorragend geführten Stimmen sorgten sie für einen wunderbaren Ohrenschmaus. Suslovs beindruckte mit seiner äußerst profunden und warmen Bassstimme. Semenov, der etlich Solopartien innehatte, brillierte mit seiner strahlenden Tenorstimme, die er bis in allerhöchste Lagen führen konnte. Alle vier Sänger verfügen über voluminöse und makellose Stimmen mit denen sie ganze Opernhäuser hätten füllen können. Vom großem Klangvolumen bis hin zum leisesten Pianissmio beherrschten sie alle dynamischen Feinheiten. Ein Höhepunkt des ersten Teils war das auf Russisch und Deutsch vorgetragene „Ich bete an die Macht der Liebe“. Dmitri Bortnjanski, schrieb es einst in Deutschland auf der Durchreise nach Italien. Heiter wurde es im zweiten Teil ihres Programmes, das den russischen Volksliedern gewidmet war. Jetzt zeigten die Sänger auch ihr komödiantisches Talent. Mit nur leicht angedeuteten Bewegungen und vielsagendem Minenspiel brachten sie den Besuchern die Handlung ihrer Lieder näher, in denen es natürlich um die Liebe ging. Aber auch vom Alkohol beseelte Werke, sowie Scherzlieder und wahre Zungenbrecher waren mit von der Partie. Am Ende gab es wahre Begeisterungsstürme, nicht enden wollenden Applaus, Bravo-Rufe und stehende Ovationen. Erst nach zwei Zugaben, darunter das schöne „Guten Abend, gute Nacht“ von Johannes Brahms, ließen die Zuhörer das Ensemble ziehen.Das Publikum zeigte sich am Ausgang spendabel. Das beglückende Konzert war nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern diente auch einem guten Zweck. Mit dem Erlös unterstützen die Sänger die Intensivstation für Neugeborene am Städtischen Kinderkrankenhaus in St. Petersburg.

Bericht und Bilder – Carmen Diemer-Stachel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stimmungsvolles Weihnachtskonzert am 22.12.2018

und Ehrungen für langjähriges aktives Singen

Kurz vor Weihnachten lud der Evangelische Kirchenchor Nußloch zu einem stimmungsvollen Weihnachtskonzert in die evangelische Kirche ein. Erstmals dirigierte Dr. Marion Fürst, die die Leitung des Chores seit Juni 2018 innehat, die über 30 Sängerinnen und Sänger bei einem Konzert. Mit von der Partie war ein eigens für diesen Abend zusammengestelltes Instrumentalensemble bestehend aus Jascha Ruebeling (Oboe), Ute Schleich (Querflöte, Blockflöte), Rüdiger Thomsen-Fürst (Blockflöte), Carmen Diemer-Stachel (Blockflöte), Angelika Kaune (Violine), Robert Plasberg (Violine), Beate Erzgräber (Viola), Edwin Monninger (Cello) und Christoph Mahla (Orgel) sowie die Solistinnen Hanna Mahla (Sopran) und Tanja Hermann (Alt). Spannend wurde es für alle Mitwirkenden bis zuletzt, denn die Chorleiterin war die Woche zuvor erkrankt und die Generalprobe fand unmittelbar vor dem Konzert statt. Aber alles klappte wie am Schnürchen und das Publikum durfte sich über ein wunderbar stimmungsvolles, abwechslungsreiches und gut durchdachtes Programm freuen. Chorsätze, Instrumentalstücke, Arien und Gedichte und Lesungen (Hansjörg Groß) wechselten sich ab und harmonierten ausgezeichnet miteinander. Chor, Solisten und Instrumentalisten hatten sich auf der Empore postiert, um besser mit der Orgel zusammen musizieren zu können. Festlich wurde das Konzert mit Richard Bartmuss´s „Mache dich auf, werde Licht“ von Chor und Orgel eröffnet. Freudig erklang die Kantate „Lieber Herre Gott“ von Johann Rosenmüller mit Hanna Mahla als Solistin. Wunderbar anrührende Blockflötenklänge waren plötzlich aus dem Altarraum zu vernehmen. Ute Schleich spielte virtuos und gefühlvoll eine Variation von Barbara Heller über „Maria durch ein Dornwald ging“. Der Chor griff dieses schöne alte Lied auf und ließ es a cappella in einem dreistimmigen Satz erklingen. Innig erklang Johann Sebastian Bachs Choralbearbeitung zu „Nun komm, der Heiden Heiland“ mit Christoph Mahla an der Orgel. Im Anschluss nahm der Chor das Lied auf, auch die Gemeinde war immer zum Mitsingen einzelner Strophen eingeladen. Herrlich erklangen die Arien „Bereite dich Zion“ und „Schließe mein Herz“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Herrmann gefiel mit ihrer warmen, weichen und ausdrucksstarken Alt-Stimme. Souverän und einfühlsam wurde sie von den ausgezeichneten Instrumentalisten begleitet. In das Konzert eingebettet waren die Ehrungen für langjähriges aktives Singen im Kirchenchor. Geehrt und mit einer Urkunde ausgezeichnet wurden Helma Brecht für 65 Jahre, Sigrun Gamber für 50 Jahre und Christoph Mahla für 40 Jahre aktives Singen im Evangelischen Kirchenchor Nußloch. Die Kantate „Vom Himmel hoch“ von Hans Peter Türk für Chor, Solo-Sopran, Orchester, Orgel und Gemeinde setzte einen jubelnden Schlusspunkt. Viel Applaus gab es für dieses schöne und stimmungsvolle Konzert.

Carmen Diemer-Stachel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Dirigent geht von Bord

Christoph Mahla verabschiedete sich nach 40 Jahren als Leiter des Evangelischen Kirchenchores mit einem festlichen Konzert am 6. Mai 2018

Ein ganz besonderes Konzert erwartete die Zuhörer in der gut besuchten evangelischen Kirche an diesem schönen Maiabend. Christoph Mahla verabschiedete sich mit einem festlichen Konzert als Dirigent des Evangelischen Kirchenchores Nußloch. Hiermit geht ohne Zweifel eine Ära zu Ende geht. Mehr als 40 Jahre lang leitete Mahla den Kirchenchor, den er durch seine engagierte und hoch qualifizierte Arbeit vorangebracht und geprägt hat. Viele unvergessliche Aufführungen großer Werke der Kirchenmusik, Oratorien, Messen und Kantaten fanden unter seiner Leitung statt. Für sein Abschiedskonzert hatte er die geniale Idee diese 40 Jahre Revue passieren und Ausschnitte aus den einst aufgeführten Werken nochmals erklingen zu lassen. Chronologisch angeordnet waren die Chöre, Choräle, Arien und Rezitative nach der Abfolge des Kirchenjahres. So kam es, dass sich das Publikum im Wonnemonat Mai an dem schwungvoll und federnd musizierten Chor „Fallt mit Danken“ aus Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ mit seinen herrlichen Hornpartien sowie den schönen und anrührend gesungenen Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ erfreuen durfte. Mit von der Partie war, wie schon so oft, das hervorragende Kantenorchester Heidelberg unter Konzertmeisterin Jeanette Pitkevica. Feierlich mit Trompeten und Pauke wurde der Abend mit Marc-Antoine Charpentiers „Te Deum laudamus“ eröffnet. Stimmgewaltig erklang der große Chor, der durch Projektsänger aus Chören der Umgebung, in denen Mahla und seine Frau Hanna aktiv sind, verstärkt wurde. Viele Wegbegleiter aus Mahlas langjähriger künstlerischer Tätigkeit wirkten in diesem Konzert mit, sei es als Chorsänger, Solisten oder Instrumentalisten. Für die Passions- und Osterzeit erklangen Chöre und Arien aus Georg Friedrich Händels „Messias“. Mahla hielt stets alles Fäden in Händen und leitete sowohl Chor wie Orchester engagiert und nuanciert. Die Sängerinnen und Sänger waren hellwach und folgten seinem Dirigat mühelos. Alle Einsätze gelangen perfekt. Die Chöre wurden fein differenziert zum Besten gegeben. Kirchenchor und Projektsänger waren zum einem großen, homogenen Ganzen zusammengewachsen. Jubelnd und begeistert ließ der Chor Händels berühmtes „Halleluja“ erschallen. Mitreißend erklang „Die Himmel erzählen“ aus Josef Haydns „Schöpfung. Das Gotteslob und die Freude am Singen und Musizieren kam spürbar von Herzen. Ein weiterer Höhepunkt war das herrlich romantische Credo aus Antonin Dvoráks Messe in D-Dur, begleitet an der Orgel von Annette Suhr. Die wundervollen Solisten Hanna Mahla (Sopran), Juliane Oberst (Sopran), Eva Braunstein (Alt), Martin Lehr (Tenor) und Walter Henzel (Bass) vervollständigten den Kunstgenuss. Großen Anklang fand auch das Oboenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello mit dem Solisten Benjamin Mahla. Für die zuverlässige Continuo-Begleitung sorgten Fred Rensch (Orgel, Cembalo) und Dieter Wallem (Violoncello). Interessante Informationen über Werke, Mitwirkende und Chorgeschichte gab es von Obfrau Karin Engelhorn. Zum Schluss erklang die Kantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Johann Sebastian Bach, die einen würdigen Schlusspunkt unter dieses grandiose Konzert setzte. Mit nicht enden wollendem Applaus und stehenden Ovationen drückte das Publikum seine Begeisterung aus. Chor und Orchester verabschiedeten sich mit „Nun danket alle Gott“, in das die ganze Konzertgemeinde feierlich einstimmen durfte.

Carmen Diemer-Stachel

 

Der Evangelische Kirchenchor und das Gabrieli-Flötenensemble verbreiteten Weihnachtsstimmung

Beim nunmehr 28. Konzert der Reihe „Nußlocher Orgelkonzerte“ konnte sich das zahlreich erschienene Publikum in der evangelischen Kirche musikalisch auf Weihnachten einstimmen lassen. Seit die neue Rensch-Orgel im Oktober 2013 feierlich eingeweiht wurde, bemüht sich der Freundeskreis der Orgelfreunde unter der Leitung von Christoph Mahla tatkräftig darum, Spenden für das kostbare Instrument zu sammeln. Nicht nur in Gottesdiensten kann die Klangpracht der Königin der Instrumente bewundert werden, sondern auch in den zahlreichen Benefiz-Konzerten. Das große Spektrum der Orgel mit ihren vielfältigen Klangmöglichkeiten, sei es allein oder in der Kombination mit den verschiedensten Instrumenten, Chören oder Sängern, kann hier besonders gut zur Geltung kommen. Zur schönen Tradition ist es mittlerweile geworden, dass der Evangelische Kirchenchor Nußloch am 4. Advent zu einem Advents-und Weihnachtskonzert einlädt. Auch das Gabrieli-Flötenensemble aus Weinheim ist ein mittlerweile gern gesehener Partner dieser Aufführungen. Natürlich durfte auch die Orgel nicht zu kurz kommen. Neben der Fantasie in g-Moll von Johann Sebastian Bach, die virtuos zur Eröffnung des Abends erklang, konnte man die Königin der Instrumente auch in Choralvorspielen und als Begleitinstrument erleben. Christoph Mahla, Organist, Leiter des Kirchenchores und Kantor e.h. hatte sich viel Mühe gemacht und ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Er selbst hatte alle Hände voll zu tun und spielte neben der Orgel auch das E-Piano. Deshalb übernahm Hanna Mahla die Aufgabe, die Sängerinnen und Sänger des Chores zu dirigieren, zu motivieren und punktgenau die richtigen Einsätze zu geben. Imposant erklangen Andreas Hammerschmidts sechsstimmige Motette „Machet die Tore weit“ und Wolfang Amadeus Mozarts „Halleluja“ aus der Kantate „Exultate jubilate“. Den anspruchsvollen Chor „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ aus Bachs Weihnachtsoratorium meisterte der Kirchenchor beindruckend. Reizvoll erklang Dietrich Buxtehudes Kantate „In dulci jubilo“, in der sich der dreistimme Gesang mit einem Altblockflöten-Duett abwechselte. Zart und wiegend wurde das schlesische Weihnachtslied „Auf dem Berge, da wehet der Wind“ vorgetragen, freudig das englische „Hört der Engel Lied erklingen“. Bei zahlreichen Liedern waren die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen, was gerne angenommen wurde. Sogar ein Kanon mit Publikum und Chor glückte vortrefflich. Das fünfköpfige Gabrieli-Flötenensemble unter der Leitung von Juliane Oberst bezauberte mit wohlklingender und intonationssicher Blockflötenmusik aus Renaissance- und Barockzeit. Von der kleinen Sopranino-Flöte bis zum mannshohen Subbass waren alle Mitglieder der Blockflötenfamilie vertreten und wurden in den verschiedensten Kombinationen eingesetzt. Beeindruckend brachten die fünf Blockflötisten Bachs anspruchsvollen Chor „Sicut locutus est“ aus dem „Magnificat“ mit seinen vielen Koloraturen zu Gehör. Zur Musik passende Lesungen und Gebete, von Sängerinnen des Chores vorgetragen, ergänzten den musikalischen Part. Viel Beifall gab es am Ende für dieses stimmungsvolle Advents-und Weihnachtskonzert. Die Einnahmen kamen diesmal neben der Orgel auch der Aktion „Brot für die Welt“ zugute.

Anschließend trafen sich alle Mitwirkenden zur weihnachtlichen Feier im Gemeindehaus. Nach der Stärkung am üppigen Buffet wurden dann Sängerinnen und Sänger für langjährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde geehrt:

Ursula Gottschall, Marianne Rohrmann und Rolf Nolle für 25 Jahre;

Hanna Mahla für 30 Jahre; Inge Zuber für 50 Jahre und Resi Kaltenmeier für 55 Jahre. Allen sei auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für ihre so lange Treue zum Kirchenchor gedankt. Wir wünschen weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Musizieren.

Der Abend klang aus mit fröhlichen Beiträgen und intensiven Gesprächen.  (HM)