Orgel-Konzerte
Grandioses Konzert an der neuen Renschorgel

Am Samstag vergangener Woche hatten die Orgelfreunde an der evang.  Kirche Nußloch Prof. Johannes Michel  aus Mannheim zu Gast.

Michel ist  Landeskantor für den Bereich Nordbaden und ein ausgefuchster Organist und Komponist, mit vielen Engagements  im In- und Ausland.

Er hatte für die neue Rensch-Orgel ein Programm mitgebracht, das die Zuhörer in einen wahren Klangrausch versetzte mit „Programm“-Stücken aus dem Umfeld Mozarts und mit eigenen Werken, die das Orgelpedal in den Vordergrund stellte und mit einer Suite für Orgel, die Barocktänze wie Allemande oder Gigue mit modernen Tanzformen etwa dem Swing oder Tango jazzartig kontrastierte. Fehlen durfte auch nicht –wie immer-  der Meister aller Meister der Orgelmusik J.S.Bach mit einer seiner größten Kompositionen, der Toccata und Fuge in F-Dur, BWV 540.

Michel begann nach der herzlichen Begrüßung durch Pfarrer Weida mit launigen Ausführungen  über die Stücke des heutigen Abends, sodass die Hörer dem anschließenden Klanggeschehen wunderbar folgen konnten.  Den Orgelabend eröffnete dann Ch. H. Rinck mit einem furiosen Moderato in a-moll, das die Beweglichkeit und Ansprache der Töne eindrucksvoll  darstellte. Nach einem sanfteren Cantabile von Justin H. Knecht  ging es dann bei der Uraufführung von Michels eigener Komposition „Jesus stillt den Seestrum“, Sonate für Pedal solo zur Sache. Die Füße tanzten bergauf- und bergab über das Pedal, Doppel- und Quadrupel-Spiel  zeigten die unglaublichen Möglichkeiten des Pedalspiels auf unserer Orgel auf. Man hätte sich gewünscht, das auch sehen zu können,  welches Feuerwerk an  Tönen man mit nur zwei Füßen auf der Orgel entfachen kann. Einfach Grandios!

Weiter ging es mit einem nicht weniger eindrucksvollen Stück von J. Knecht, der musikalischen Schilderung einer pastoralen Idylle, die durch ein herannahendes Gewitter bis hin zu einem heftigen Ausbruch des Donnerwetters gewaltig gestört wurde.  Knecht nahm hier in der Darstellung schon eine Technik vorweg, die dann vermehrt im 20.Jh. eingesetzt wurde (Ligeti), das „Clusterspiel“, d.h. dass man mit vollen Händen und Füßen die Manuale traktiert und damit ganz flächige breite und laute Klänge erzeugt. Eindrucksvoll wurde das von Michel interpretiert und zeigte unter anderem, was so eine Orgel alles aushalten kann und muss.

Ein weiteres Stück von Michel selbst war das „Baroque goes Jazz“, der Suite für Organ mit barocken „Jazzklängen“ Die Orgel eignet sich ja vortrefflich für solche Experimente: mit den Füßen spielt man im Pedal den (rhythmischen) „Bass“, auf dem ersten Manual mit der linken Hand die entsprechenden Jazz-Harmonien und auf dem zweiten mit der rechten Hand die Melodien. Der Organist –und Komponist- meisterte das mit seinem „swingenden“ Spiel vortrefflich.

Nach einer Choralimprovisation von Sigfried Karg-Elert über „Ach bleib mit deiner Gnade“, die die etwas sanfteren Töne etwa der Oboe hervortreten ließ,  spielte Michel dann die große monumentale Toccata in F-Dur  mit Fuge – ein äußerst anspruchsvolles Stück von J.S.Bach, das die verschiedenen Plenoklänge unserer Orgel  wunderbar zum Ausdruck brachte.

Insgesamt ein tolles, „heißes“ Konzert, das das ganze Spektrum der Möglichkeiten des Instruments eindrucksvoll zum Ausdruck brachte, die Zuhörer von Anfang bis Ende begeisterte und mit lebaften Gesprächen über Orgel und Musik  -auch mit dem Künstler-  im Foyer der Kirche bei Sekt und Erfrischungen beschlossen wurde.  Schön, dass trotz der schwülen Hitze viele gekommen waren um dieses Ereignis mitzuerleben. Mit Wasser, das an die Besucher ausgegeben wurde, begegnete man den schweißtreibenden Temperaturen dieses Nachmittags , wie gerne  hätte man auch dem Organisten das zukommen lassen, der oben bei 30 Grad die Orgel mit Händen und Füßen bedienen musste! Aber Michel meisterte das grandios und wir vom Freundeskreis für die Orgel danken ihm nochmal aufs allerherzlichste für diesen „berauschenden“ Abend!

 

Archiv-Dateien zum Herunterladen:

Geschichte unserer neuen Orgel
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